
(Foto-Credit: Johannes Speckner)
Jeremy Wachter geht in der kommenden Saison wieder am Blomkamp auf Torejagd – allerdings nur in einem Spiel. Denn der Stürmer verlässt den Oberligisten Altona 93 nach nur einem halben Jahr nicht etwa, um zu seinem langjährigen Verein TuS Osdorf zurückzukehren, sondern er schließt sich dem Hetlinger MTV an. Dies vermeldeten die HMTV-Verantwortlichen am Mittwochvormittag auf ihrer Instagram-Seite.
SportNord hatte bereits in der vergangenen Woche mit dem Hetlinger Fußball-Abteilungsleiter Michael Kirmse über einen Transfer des Stürmers gesprochen. Damals hatte Kirmse erklärt: „An Wachter sind viele Vereine interessiert – wir befinden uns mit ihm und mit den Altonaer Verantwortlichen in Gesprächen.“ Dass sich Wachter, trotz zahlreicher Angebote anderer Klubs, für einen Wechsel ins Deichstadion entschied, begründete Kirmse wie folgt: „Er ist Familienvater und möchte es fußballerisch etwas ruhiger angehen lassen, den Aufwand etwas herunterschrauben.“
HMTV-Trainer Burak Bayram, der in seiner Jugend „einst gegen Wachter spielte“, ist „voller Vorfreude“ auf die Zusammenarbeit mit dem 30-Jährigen: „Weil er nicht nur fußballerisch eine absolute Bereicherung ist, sondern auch menschlich, war er schon seit drei Jahren mein absoluter Wunschspieler.“ Wachter würde, das stellte Bayram klar, „zu jedem Spiel seine ehrliche Meinung äußern und nicht gleich nach dem Abpfiff nachhause fahren, sondern auch noch ein paar Stunden bleiben, um mit seinen Mitspielern und den Fans zusammen zu sein.“
Die Torquote, mit der Wachter ins Deichstadion kommt, ist beachtlich. War er für die Altonaer im Frühjahr in 14 Oberliga-Spielen fünfmal erfolgreich, hatte er zuvor für den TuS Osdorf in 138 Einsätzen in Hamburgs höchster Spielklasse 119 Mal getroffen. Diese Bilanz soll einst sogar Interesse bei den Verantwortlichen des FC St. Pauli und des FC Schalke 04 erweckt haben, den Stürmer für ihr Reserve-Team zu verpflichten mit der Option, sich für die Profi-Mannschaft zu empfehlen – Wachter entschied sich damals aber dagegen, bei diesen Vereinen vorzuspielen.
„Ein Fußballer lebt von Leidenschaft, von Meisterschaften und Aufstiegen – und wenn er in der Oberliga angekommen ist, hat er dort ja im Hamburger Bereich nicht mehr viele Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln“, erklärte Kirmse, der dies aber nicht automatisch so verstanden wissen will, dass die Hetlinger in der kommenden Saison die Meisterschaft in der Bezirksliga West anpeilen. „Erst einmal wollen wir im Juli den Raiba-Cup gewinnen und dann in der Punktspielrunde eine bessere Serie spielen als die vergangene, phasenweise doch sehr verkrampfte Saison“, lautete seine Vorgabe.
(Johannes Speckner)