Kreisliga 8: Altenburg kündigt bei Seestermühe


Beim TSV Seestermüher Marsch gab es noch vor dem Ende der Hinrunde den zweiten Trainerwechsel dieser Saison: Bernd Altenburg, der erst Mitte September auf Frederik Brockmann folgte (SportNord berichtete, siehe unten verlinktes Interview mit Altenburg), kündigte am Dienstag der vergangenen Woche. Am Sonntag betreute Klaus Kimpel die Seestermüher, die mit 5:3 beim Rang-Dritten 1. FC Quickborn gewannen.

„Am Freitagabend hat mich unser Fußball-Abteilungsleiter Volkert Dupke angerufen und gefragt, ob ich als Trainer einspringe“, erklärte Kimpel am Sonntag auf Nachfrage von SportNord. Und Kimpel, der in den letzten Jahren schon mehrmals als Interimscoach fungierte, sagte zu: „Ich bin mit Herzblut ein Seestermüher und habe keine Probleme damit, als Trainer auszuhelfen!“ Bis zur Winterpause wird Kimpel nun an der Seitenlinie stehen: „Da ich ja nun in dieser Saison schon der dritte Übungsleiter bin, wollen wir vor der Winterpause keinen weiteren Wechsel mehr vornehmen“, so Kimpel. Gefragt, wie es dann in 2012 weitergehen würde, bediente sich der langjährige Seestermüher Obmann eines legendären Spruches von Frank Beckenbauer: „Schauen wir mal ...“

Mit dem überraschenden Sieg in Quickborn, den Michael Bähr (10.), Kapitän Lars Männle (13., Elfmeter), Martin Piening (36.) und Metin Tefci (39., 60.) mit ihren Toren sicherstellten (Malte Winterhoff/2., Steven Schönefeld/28. und Jan Buck/73. trafen für die Eulenstädter), feierte Kimpel einen optimalen Einstand auf der Trainerbank. „Meiner Meinung nach haben wir vollkommen verdient gewonnen“, so Kimpel, der klarstellte: „Die Quickborner haben keinesfalls schlecht gespielt, sondern hatten auch gute Torchancen – aber wir waren den entscheidenden Tick besser!“ So verhinderte TSV-Torwart Malte Luitjens weitere gute FCQ-Chancen und Kimpel lobte: „Alle fünf Tore, die wir erzielt haben, haben wir wirklich sehr schön herausgespielt – das war klasse!“

Altenburg erklärte auf Nachfrage von SportNord: „Ich hatte der Mannschaft intern von vornherein gesagt, dass ich bis Weihnachten schaue, wie wir zusammen passen. In der Kreisliga hat ein Trainer auch ein Anrecht darauf, Spaß bei der Ausübung seines Amtes zu haben – und den hatte ich zuletzt nicht mehr!“ Das Hauptproblem waren offensichtlich unterschiedliche Auffassungen: „Das ständige Diskutieren fand ich nicht zielführend“, so Altenburg, der betonte: „Wenn man eine großartige Diskussion über Spielsysteme und andere komplexe Dinge vom Zaun bricht, sollte man zumindest dazu in der Lage sein, in voller Ausrüstung zum Spiel zu erscheinen – sprich bei Heimspielen den Medizinkoffer an die Reservebank stellen und auswärts Bälle zum Aufwärmen mitnehmen ...“

Da dies offensichtlich nicht immer funktionierte, kam Altenburg, der bis zum November 2009 noch den TuS Hemdingen-Bilsen betreute, zu dem Schluss: „Es gab eine zu große Diskrepanz zwischen dem, was die Seestermüher Spieler wollten, und dem, was sie leisteten!“ Von sechs Spielen unter Altenburgs Regie verloren die Seestermüher vier (1:2 bei Holsatia Elmshorn, 1:4 beim TuS Hasloh, 0:2 beim Kummerfelder SV II sowie zuletzt 1:2 gegen den SC Ellerau) und gewannen nur zwei (4:3 gegen den TuS Appen und 4:1 gegen die SV Lieth II). „Die Mannschaft möchte den Aufstieg in die Bezirksliga schaffen, was ja auch legitim ist – aber ich als Trainer sehe diese Möglichkeit nicht, und deshalb habe ich mich nun wieder zurückgezogen“, so Altenburg abschließend.

(JSp)

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