
(Foto-Credit: Johannes Speckner)
Fast fünf Jahre ist es nun her, dass Andreas Voigt von den Verantwortlichen von Altona 93 gefragt wurde, ob er die 4. Herren, die vin Helge Andrecht aus der ehemaligen A-Jugend „geboren“ worden und seinerzeit in der B-Kreisklasse aktiv waren, trainieren würde. „Damals hätte ich nicht gedacht, dass es eine so lange Zeit werden würde“, sagte Voigt, der mit den Altonaern im Mai 2022 (B-Kreisklasse 10) und im Mai 2024 (A-Kreisklasse 4) jeweils souverän Meister wurde und zweimal aufstieg. Der Sprung in die Kreisliga hatte zur Folge, dass die Viert- zur Drittvertretung des Traditionsvereins wurde. Zwischendurch hatten Voigt und seine Mitstreiter sogar noch die 5. Herren gegründet, die im zweiten Jahr ihres Bestehens ebenfalls aufstiegen.
Doch nun ist „Feierabend“ für Voigt: „Meine Zeit als Trainer der mittlerweile gesichert in der Kreisliga spielenden 3. Altonaer Herren ist auf eigenen Wunsch vorbei“, erklärte Voigt, der seinen bereits Anfang März erfolgten Rückzug gegenüber SportNord wie folgt begründete: „In der heutigen Zeit ist sehr viel Kraft vonnöten, um die Begeisterung für das runde Leder gegenüber den so vielfältigen und weltweiten Freizeitmöglichkeiten dauerhaft aufrecht zu erhalten – Kraft, die dann für Familie und/oder dem Beruf fehlt.“ Hierbei seien die Übungsleiter im Vorteil, „die Co-Trainer an ihrer Seite wissen und Aufgaben unter sich aufteilen können“, so Voigt.
Neben diesen allgemeinen und vielerorts auftretenden Problemen machte Voigt noch eine weitere Schwierigkeit an der Baurstraße aus: „Leider gibt es keine Konzepte beim AFC, so viele Jugendspieler wie möglich in den Herrenbereich zu überführen, zu halten und wenn möglich über den dritten Bildungsweg in Form einer 3. Herren in der Bezirksliga dann der zweiten oder sogar der ersten Mannschaft zuzuführen.“ Dies würden „andere Vereine vormachen“, sagte der Trainer etwa mit Blick auf den Niendorfer TSV und den USC Paloma, die in der Ober-, Landes- und Bezirksliga mit jeweils einem Herren-Team vertreten sind. „
Die große Jugendabteilung des AFC und die hervorragende Arbeit, die dort geleistet wird, würde „so viel mehr Möglichkeiten bieten“, findet Voigt, der rückblickend feststellte: „Mit Helge Andrecht, Reiner Rosner und dem stets großzügig unterstützenden Dirk Barthel haben es wir es dennoch von Jahr zu Jahr geschafft, zumindest eine Handvoll junger Kicker zu integrieren.“ Die eingangs erwähnten Erfolge würden „zeigen, dass es Sinn macht“, so Voigt, der überzeugt ist, die Altonaer Drittvertretung in gute Hände übergeben zu haben: „Shahin Sepanlou und Emil Werner als Spielertrainer werden die Saison der Dritten sicherlich erfolgreich zu Ende führen.“
Ob und wenn wo es für Voigt als Trainer weiter geht, ist noch fraglich: Er würde „erst einmal eine Auszeit brauchen“, so der 56-Jährige, der sich erst auf mehrmalige Nachfrage hin entlocken ließ, dass er „generell für interessante Aufgaben zu haben“ sei.
(Johannes Speckner)