
Der FC St. Pauli hat den „Schweinske-Cup 2011“ gewonnen! Am Donnerstagabend setzte sich der Kiez-Klub im Finale des 25. Internationalen Hamburger Hallenturniers mit 4:2 gegen den zehnfachen dänischen Meister Bröndby IF Kopenhagen durch und verteidigte den bereits im vergangenen Winter gewonnenen Titel. Beim 25. Internationalen Hamburger Hallenturnier war es für St. Pauli bereits der neunte Triumph.
Für die beiden Hamburger Oberligisten gab es dagegen nichts zu holen: Nachdem Eintracht Norderstedt und Altona 93 am Mittwochabend bereits jeweils ihre ersten beiden Gruppenspiele verloren hatten (siehe unten verlinkten Bericht), verließen sich auch am Donnerstag das Parkett als Verlierer. Norderstedt hatte vor dem Beginn des zweiten Turnier-Tages noch eine Minimalchance, ins Halbfinale einzuziehen. Diese war dann aber schon vor der letzten eigenen Partie vertan, denn Lyngby BK hätte (möglichst hoch) gegen NK Varteks Varazdin gewinnen müssen – doch Varteks triumphierte mit 2:0. Gegen den FK Olimpic Sarajevo (Tabellen-Neunter der Ersten Liga von Bosnien-Herzegowina) wussten die Norderstedter im Spiel nach vorne durchaus zu gefallen, in der Abwehr aber nicht – und so verloren sie mit 2:5. Genau dieses Ergebnis benötigten die Bosnier, um sich in der Gruppe A noch an ihrem punktgleichen Balkan-Nachbarn aus Varazdin (Kroatien) vorbeizuschieben.
In der Gruppe B hatte der Hamburger Hallenvizemeister Altona 93 schon am Mittwochabend keine Chance mehr auf den Halbfinal-Einzug gehabt. St. Pauli musste noch leicht um das Vordringen ins Semifinale zittern, konnte aber jubeln, als Bröndby IF Kopenhagen im ersten Freitagsspiel der Gruppe mit 3:2 gegen den FC Hradec Kralove (Tschechien) gewann: Dadurch hatte der Kiez-Klub den Halbfinal-Einzug schon sicher. In ihrem letzten Gruppenspiel gegen Altona benötigte St. Pauli einen Sieg mit vier Toren Abstand, um noch an Bröndby vorbeizuziehen und Gruppen-Sieger zu werden. Gesagt, getan: Das Derby gegen Altona gestaltete sich sehr torreich, vor allem der gebürtige Bad Oldesloer Rouwen Hennings und der gebürtige Reinbeker Max Kruse waren von der Altonaer Abwehr nie aufzuhalten. Zwar konnte 93-Trainer Thomas Seeliger gegen seinen Ex-Klub auch drei Altonaer Tore bejubeln (Tobias Leuthold/2 und Mümin Mus trafen), kassierte aber am Ende eine 3:8-Pleite.
St. Pauli setzte sich im ersten Halbfinale sicher mit 2:0 gegen Olimpic Sarajevo durch und gestattete dabei auch dem bosnischen Top-Torjäger Haris Harba (22, ist eigentlich für das Futsal-Team Orlic Sarajevo im UEFA-Futsal-Cup am Ball), der mit acht Treffern Torschützenkönig wurde, kein Erfolgserlebnis. Das zweite Halbfinale zwischen den dänischen Nachbarn Lyngby und Bröndby war taktisch geprägt. Lyngby ging in Führung (18.), zwei Minuten vor dem Ertönen der Schlusssirene glich Alexander Green mit einem wuchtigen 15-Meter-Schuss für Bröndby aus. Im Neunmeterschießen waren dann Osama Akharraz und Kristoffer Munksgaard für Bröndby erfolgreich; auch Lyngby traf zweimal, bis IF-Keeper Andreas Larsen den dritten Lyngby-Neunmeter hielt. Anschließend scheiterte aber auch Bröndbys Daniel Wass. Nachdem beide Teams jeweils noch einmal trafen, parierte der 20-Jährige Larsen einen weiteren Neunmeter und Dario Dumic machte den Bröndby-Sieg perfekt.
Im Neunmeterschießen um Platz drei zielten die Lyngby-Spieler besser und behielten gegen Harbas Olimpic-Team mit 2:1 die Oberhand. Im Endspiel kam es dann für St. Pauli zur Neuauflage des zweiten Gruppenspiels vom Dienstag gegen Bröndby, das 1:1 endete. Nun gingen die Dänen nach neun Minuten durch Beran Camili (eigentlich für die Zweite Bröndby-Mannschaft aktiv) in Führung. Glück hatten die Hamburger, dass Jan-Philipp Kalla unmittelbar vor der Pause ausglich (12.). Kruse (15.) und Hennings (16.) brachten den Lokalmatadoren in der zweiten Halbzeit auf die Siegerstraße. Zwar konnte der 18-Jährige Green, der im Punktspiel-Betrieb für die A-Jugend von Bröndby aufläuft, noch einmal auf 3:2 verkürzen (17.), doch in der Schlussminute machte der gebürtige Kieler Fin Bartels mit seinem 4:2 alles klar. Ein schöner Erfolg für das St. Pauli-Team, das von Co-Trainer Klaus-Peter Nemet betreut und Hamburgs Innensenator Heino Vahldieck ausgezeichnet wurde.
Gruppe A
Eintracht Norderstedt – NK Varteks Varazdin ... 4:6
Lyngby BK – FK Olimpic Sarajevo ...6:3
Eintracht Norderstedt – Lyngby BK ... 2:4
FK Olimpic Sarajevo – NK Varteks Varazdin ... 3:1
NK Varteks Varazdin – Lyngby BK ... 3:1
FK Olimpic Sarajevo – Eintracht Norderstedt 5:2
1. Lyngby BK ... 11:8 (+ 3) Tore, 6 Punkte
2. FK Olimpic Sarajevo ... 11:9 (+ 2) Tore, 6 Punkte
3. NK Varteks Varazdin ... 10:8 (+ 2) Tore, 6 Punkte
4. Eintracht Norderstedt ... 8:15 (- 7) Tore, 0 Punkte
Gruppe B
Bröndby IF Kopenhagen – Altona 93 ... 6:1
FC St. Pauli – FC Hradec Kralove ... 6:3
Altona 93 – FC Hradec Kralove ... 2:6
Bröndby IF Kopenhagen – FC St. Pauli ... 1:1
FC Hradec Kralove – Bröndby IF Kopenhagen ... 2:3
FC St. Pauli – Altona 93 ... 8:3
1. FC St. Pauli ... 15:7 (+ 8) Tore, 7 Punkte
2. Bröndby IF Kopenhagen ... 10:4 (+ 6) Tore, 7 Punkte
3. FC Hradec Kralove ... 11:11 ( 0) Tore, 3 Punkte
4. Altona 93 ... 6:20 (- 12) Tore, 0 Punkte
Halbfinale
Lyngby BK – Bröndby IF Kopenhagen ... 1:1, 4:5 nach Neunmeterschießen
FC St. Pauli – FK Olimpic Sarajevo ... 2:0
Neunmeterschießen um Platz drei
Lyngby BK – FK Olimpic Sarajevo ... 2:1
Finale
FC St. Pauli – Bröndby IF Kopenhagen ... 4:2
(JSp)