DFB-Pokal: 0:10 – am Ende doch zweistellig


Am Sonntag empfing der Hammonia-Landesligist Eimsbütteler TV zum DFB-Pokal-Erstrunden-Duell den Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth. Neben dem Vier-Klassen-Unterschied kam für die Hamburger das „Handicap“ dazu, dass sie mit ihrem letztjährigen A-Jugend-Verbandsliga-Team antreten mussten, nachdem die Erste Herren-Mannschaft, die am 1. Juni den Oddset-Pokal gewonnen hatte, nach einem Prämienstreit geschlossen aus dem ETV ausgetreten war.

0:19, 0:20 – viele so genannte „Experten“ waren vor dem Anpfiff davon ausgegangen, dass die Eimsbütteler eine rekordverdächtige Klatsche kassieren würden. In der Start-Elf von ETV-Trainer Harald Wenzing standen neun Spieler des Jahrgangs 1993; hinzu kamen Gunnar Hitscher (23), der bereits im Januar 2011 vom Niendorfer TSV II zum ETV gewechselt war, sowie Matthias Rosmanith (30), der in diesem Sommer nach Hamburg zog und zuletzt für die SpVgg Bollschweil-Sölden in der A-Kreisliga Südbaden kickte. Beachtlich: 17 Minuten lang konnten die Eimsbütteler, die sich klug in der Abwehr verschoben, das „zu Null“ halten. Und in dieser Phase gab der Außenseiter sogar selbst zwei Torschüsse ab: Erst scheiterte Sascha Bartold mit einem 20-Meter-Freistoß an der Fürther Abwehrmauer (5.), dann wurde ein Distanzschuss von Saikou Ceesay sichere Beute von Greuther-Keeper Max Grün (10.). In der 17. Minute ging der haushohe Favorit dann aber in Führung: Nach einem Eckstoß von Sebastian Tyrala köpfte Mergim Mavraj zum 0:1 ein.

Ärgerlich aus ETV-Sicht, dass dieses erste Gegentor ausgerechnet nach einer Standard-Situation fiel. Nun hatten die Franken jedenfalls den Bann gebrochen und das Schicksal nahm aus ETV-Sicht seinen traurigen Lauf: Sercan Sararer traf zunächst nach einer Kopfball-Ablage von Olivier Occean aus Nahdistanz (20.), dann nach einem Occean-Pass von der Strafraumgrenze (25.) aus. Anschließend vergab der Zweitligist mehrere gute Chancen, so dass es zur Halbzeit aus Eimsbütteler Sicht „nur“ 0:3 stand. Im Victoria-Stadion an der Hoheluft, in dem eigentlich der ETV-Nachbar SC Victoria seine Heimspiele austrägt, wechselte Wenzing schon vor der Pause einmal: Der kopfballstarke Ahmed Osmanov (Neuzugang vom HEBC) kam für Simon-Reza Yücel. In der Pause wechselte auch Greuther-Coach Mike Büskens, der im Frühjahr 2011 angeblich auch ein Trainer-Kandidat beim FC St. Pauli war, erstmals: Der gebürtige Hamburger Christian Rahn, einst bei Altona 93, St. Pauli und dem Hamburger SV am Ball, fungierte fortan anstelle von Heinrich Schmidtgal als Linksverteidiger.

Das 0:4 fiel, als die zweite Halbzeit neun Minuten alt war: Tyrala, der kurz zuvor noch für ein Foul am dynamischen Ceesay die Gelbe Karte gesehen hatte, war nach einem Solo-Lauf erfolgreich (54.). Als sich ETV-Akteur Bünyamin Kilic im eigenen Strafraum ein überflüssiges Foul an Tyrala leistete, verwandelte Bernd Nehrig den fälligen Elfmeter zum 0:5 (66.). In der Schlussphase fielen die Tore dann wie reife Früchte: Tyrala nach Vorarbeit von Tayfun Pektürk (70.), Sararer noch Kopfball-Verlängerung von Rahn (76.), Christopher Nöthe nach Weiterleitung von Edgar Prib (80.) und Sararer nach Rahn-Flanke mit seinem vierten Tor des Tages (85.) bauten die Gäste-Führung auf ein 9:0 aus. Bitter für die Eimsbütteler, dass es in der 88. Minute dann doch noch zweistellig wurde: Ausgerechnet Rahn überwand ETV-Torwart Jonas Struckmann aus spitzem Winkel zum 0:10-Endstand. Die junge Mannschaft von Wenzing kämpfte aber dennoch wacker und zog sich gegen einen allerdings wohl zumeist auch nur mit halber Kraft agierenden Zweitligisten achtbar aus der Affäre!

(JSp)

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