Kreisliga 1: Rantzauer Reserve mit grandiosem Sieg

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Duell zweier Doppelpacker: Oliver Pracht (FC Union Tornesch II, vorne links) gegen Charles Assogba vom SSV Rantzau II.
(Foto-Credit: Johannes Speckner)

„Ich hatte etwas Bauchschmerzen vor dem Spiel“, gab Jan-Hendrik Bruns, Trainer des SSV Rantzau II, unumwunden zu. Dies könnte einerseits daran gelegen haben, dass seine Elf zwar das letzte Duell mit dem FC Union Tornesch II gewonnen (3:1 am 7. März 2020), davor aber fünfmal in Folge verloren hatte. Und andererseits daran, dass die Union-Reserve nun mit Dennis Beckmann, Jari Maack, Oliver Pracht sowie Philipp Werning sage und schreibe vier (!) Leihgaben ihrer Oberliga-Mannschaft mitgebracht hatte. Dass sich seine Rantzauer trotzdem deutlich mit 6:2 behaupteten, machte Jan-Hendrik Bruns „richtig stolz“, auch wenn er nochmals zugab: „Dass es so deutlich ausgehen würde, hätte ich wirklich nicht erwartet.“


Auf dem Kunstrasenplatz an der Barmstedter Düsterlohe bezwang SSV-Stürmer Luis Witt seinen Namensvetter im Union-Tor, Lasse Witt, zum 1:0 (7. Minute). Luis Witt schien sogar seinen Doppelpack perfekt zu machen, als er nach einem hohen Pass zwischen den Torneschern Kai Fröhlich sowie Jari Maack hindurchmarschierte und von halblinks aus flach einschoss – nach vehementen Protesten der Gäste und Rücksprache mit seinem Assistenten erkannte Schiedsrichter Julien Gianoncelli (SC Victoria Hamburg) den Treffer aber wegen einer Abseitsstellung nicht an (21.). Statt 2:0 stand es kurz darauf 1:1 – als sich Pracht von halblinks in die Mitte durchgetankt und gegen zwei Rantzauer satt abgezogen hatte, konnte SSV-Keeper Niclas Pischel den Ball noch zur Ecke lenken. Nach dieser köpfte Pracht aber am kurzen Pfosten unwiderstehlich zum 1:1 ein und besaß das Abschlussglück, das ihm in der Oberliga beispielsweise im Gastspiel beim Niendorfer TSV (2:3) wiederholt fehlte.


Die Hausherren ließen sich aber vom Ausglich nicht beirren, sondern schlugen schnell zurück: Charles Assogba traf von halblinks zum 2:1 (31.). Dies war zugleich der Pausenstand. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Neel Weitzel schnell auf 3:1 (53.). Einen von Pracht verwandelten Elfmeter (60.) beantwortete erneut Weitzel mit dem 4:2 (67.). Der eingewechselte Patrick Stahnke hätte die Tornescher abermals heranbringen können, traf aber nur die Latte (71.). Dann wurde es in der Schlussphase noch deutlich: Assogba mit seinem zweiten Tor des Tages (84.) und Yilmaz Ercek mit einem Strafstoß (88.) erhöhten zum 6:2-Endstand. „Wir haben verdient, aber etwas zu hoch gewonnen“, urteilte Jan-Hendrik Bruns.


Thorben Reibe, Liga-Trainer von Union Tornesch, erklärte die Abstellung von gleich vier Spielern damit, dass die Akteure „einerseits Spielpraxis sammeln sollten“, die Verantwortlichen der Zweiten Herren aber „auch um Unterstützung gebeten“ hätten. Dies überrascht insofern, da Christian Sommer, Coach der Union-Zweiten, am 26. November 2019, als sein Team beim mit drei Oberliga-Leihgaben angetretenen SV Rugenbergen II mit 1:4 verloren hatte – diese Niederlage brachte Tornesch II nach dem Abbruch der Saison 2019/2020 um den Aufstieg in die Bezirksliga –, erklärt hatte, er würde nur bei Verletzungsproblemen auf Spieler von oben zurückgreifen und lieber mit seiner eigenen Elf verloren, als mit Liga-Unterstützung zu gewinnen.


Fakt ist: Als Spitzenreiter liegt die weiterhin punktverlustfreie Rantzauer Reserve nun schon fünf Punkte vor den zweitplatzierten Torneschern, die ihrerseits mit einem Sieg die Tabellenführung in der Kreisliga 1 übernommen hätten.

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