
Am Sonntagnachmittag kam es in der Landesliga Hammonia zum Verfolger-Duell zwischen dem TSV Uetersen und Blau-Weiß 96 Schenefeld. Im Rosenstadion waren die Hausherren in der ersten Halbzeit überlegen, doch in Führung gingen die Gäste: In der 20. Minute klärte die TSV-Abwehr eine Flanke nicht entschlossen genug, so dass der Schenefelder Jan Düllberg am langen Pfosten zum 0:1 einschoss. Nachdem die Uetersener Nachwuchshoffnung Till Mosler zwei klare Torchancen vergeben hatte (erst verpasste er nach einem Freistoß, dann nach einer Rechtsflanke jeweils per Kopf das 1:1), fiel in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit doch noch der Ausgleich. Sascha Kuzmanov nahm einen abgeprallten Ball schön an und jagte ihn dann von halbrechts aus zum 1:1 ins 96-Gehäuse. Die erste Viertelstunde der zweiten Halbzeit plätscherte ereignislos dahin, ehe ein 25-Meter-Schuss von Marc Güldener zwar links vorbei ging, aber die Spieler und Zuschauer gleichermaßen aus ihrer Lethargie riss (59.). Dann wäre Kuzmanov nach einem langen Pass beinahe zum Abschluss gekommen, doch Düllberg rettete (60.).
Darauf folgte ein guter Angriff der Gäste: Eico Westphal flankte von links, der eingewechselte Kevin Fölsch schoss aber deutlich über die Latte (63.). Dann waren wieder die Uetersener am Drücker: Nach einem Eckstoß von Florian Blaedtke ging Moslers Fallrückzieher aber ins Nirwana (64.), ehe ein Kuzmanov-Flachschuss kein Problem für 96-Keeper Florian Jensen darstellte (65.). Nachdem sich auch TSV-Torwart Christoph Richter auszeichnen konnte (einen Fölsch-Flachschuss parierte er bärenstark/68.), analysierte 96-Torwart Jensen die Angriffsbemühungen des Gegners wie folgt: „Die haben doch gar keine spielerischen Mittel!“ Trotzdem gab es Arbeit für Jensen: Einen Kopfball, den Kuzmanov nach einer Linksflanke von Christian Förster abgegeben hatte, fing der Keeper sicher (70.). Dann köpfte der eingewechselte Martin Bushaj nach einer Güldener-Ecke freistehend deutlich am langen Pfosten vorbei (73.). Nachdem der Schenefelder Simon Moritz Moldenhauer für eine Notbremse an Philipp Ehlers die Rote Karte gesehen hatte (eine harte, aber vertretbare Entscheidung/76.), waren die Rosenstädter in der letzten Viertelstunde in Überzahl. Einen weiteren Kuzmanov-Flachschuss lenkte Jensen soeben noch zur Ecke (80.).
Nach dieser ergab sich dann eine Schenefelder Konterchance: TSV-Linksverteidiger Förster versäumte es, den Ball wegzuschlagen, so dass Fölsch freie Bahn hatte: Den ersten Versuch des 96-Stürmers klärte Innenverteidiger David Grabke noch bravourös vor der eigenen Torlinie, den Abpraller versenkte Fölsch dann aber oben rechts im Winkel zum 1:2 (81.). Nachdem Richter gegen Can Ünlü und Fölsch stark das 1:3 verhindert hatte (88.), verpasste Kuzmanov das 2:2, als sein Schuss nach Blaedtkes Ecke hauchdünn links vorbei strich (90.). In der Nachspielzeit traf Fölsch nach einem weiteren Patzer der TSV-Abwehr zum 1:3-Endstand. TSV-Trainer Heiko Waschatz fluchte an der Seitenlinie: „Wir machen Fehler wie eine Schüler-Truppe!“ Nach dem Abpfiff kam es noch zu einem verbalen Disput zwischen Waschatz‘ Trainerpartner Jörn Borstelmann und 96-Coach Selcuk Turan, ehe Borstelmann ehrlich zugab: „Die Schenefelder haben verdient gewonnen, weil sie in der zweiten Halbzeit besser waren!“ 96-Torwart Jensen zeigte eine gute Leistung. Umso überflüssiger, dass er TSV-Spieler mehrmals deutlich hörbar als „Vollidioten“ bezeichnete – und unverständlich, dass Schiedsrichter Thomas Bauer (vom Rahlstedter SC) seine Ohren dabei auf Durchzug stellte.
(JSp)