Oberliga: Schubring-Doppelpack genügt nicht zum Sieg


„Mit Eurer Unterstützung werden wir den FC Union Tornesch punktlos nach Hause schicken und einen überragenden Sieg am Gramkowweg feiern können“, war im Stadionheft des SV Curslack-Neuengamme zu lesen. Doch obwohl SVCN-Torjäger Marco Schubring seine Saison-Tore 20 und 21 erzielte, reichte es für die Curslacker nach dem 3:3 im Hinspiel nun erneut nur zu einem 2:2-Unentschieden gegen den Oberliga-Neuling aus dem Kreis Pinneberg. „Ich weiß nicht so richtig, ob ich mich freuen oder ärgern soll“, gestand Union-Trainer Thorben Reibe, der nach dem Abpfiff präzisierte: „Für beide Mannschaft wäre mehr, sprich der Siegtreffer, drin gewesen – deshalb geht das Ergebnis unter dem Strich in Ordnung.“

Um 11 Uhr hatte sich der Union-Tross mit einem gemieteten Buss im „heimischen Torneum“ auf den Weg nach Curslack gemacht. Auf dem Kunstrasenplatz am Gramkowweg gelang den Gästen dann ein echter Traumstart: Nachdem ihr Keeper Norman Baese vor dem eigenen Strafraum gegen Schubring gerettet hatte, fand Jan Eggers aus dem linken Mittelfeld mit einem Steilpass Björn Dohrn, der frei auf SVCN-Keeper Gianluca Babuschkin zulief und flach zum 0:1 traf (8. Minute). „Allerdings habe ich bei diesem Torschuss eine Zerrung im linken Oberschenkel erlitten“, berichtete der Union-Stürmer. Diese Verletzung hinderte den 25-Jährigen nicht daran, von links aus quer zu Fabian Knottnerus zu spielen, der zum Abschluss kam, aber an Babuschkin hängen blieb – der Knottnerus wohl erst traf, als dieser den Ball schon gespielt hatte (10.). Deshalb war es vertretbar, dass Schiedsrichter Julius Steinhorst (von der SV Halstenbek-Rellingen) nicht auf Elfmeter, sondern auf Eckstoß entschied. „Ärgerlich – wenn wir da das 2:0 erzielt hätten, hätten wir mehr Sicherheit gehabt“, befand Reibe.

Dohrn hätte dem eigenen Bekunden nach „sehr gerne wie im Hinspiel einen Doppelpack geschnürt“. Während ihm dies nicht nur wegen der Verletzung versagt blieb, sondern auch, weil er nach einer weiteren Eggers-Vorlage von einem Abseitspfiff gestoppt wurde (19.), traf Schubring doppelt. Vor dem 1:1 zog er links an Baese vorbei (12.) und beim 2:1 versenkte er eine Linksflanke am langen Pfosten (26.). Nach einer guten halben Stunde musste Dohrn dann mit der besagten Verletzung ausgewechselt werden. In der 41. Minute rettete Union-Linksverteidiger Fabian Tiedemann nach einer Linksflanke in höchster Not vor dem einschussbereiten Schubring. Als der daraus resultierende Eckstoß ausgeführt wurde, verpasste es Oliver Franz, am langen Pfosten einzuköpfen. Dennoch gab es den nächsten Rückschlag für die Gäste, denn Baese verletzte sich bei einem Zusammenprall am Kopf. Nach minutenlanger Behandlung hielt der Keeper bis zum Pausenpfiff durch, blieb dann aber in der Kabine. „Es besteht der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung“, erklärte Reibe.

Weil sich Björn Schramm einer Operation unterziehen musste und Tim Brüggemann beruflich stark eingespannt ist, hatte kein zweiter Schlussmann im Reisebus Platz genommen. Deshalb übernahm Tiedemann so, wie schon am 29. September beim Tornescher 2:0-Sieg beim Mitaufsteiger USC Paloma nach einer Roten Karte gegen Schramm (SportNord berichtete), den Posten zwischen den Pfosten. Dort verlebte der 26-Jährige, der starken Defensivleistung seiner Mitspieler sei Dank, zunächst einen ruhigen Nachmittag. Dagegen hatte sein Gegenüber Babuschkin in der 56. Minute zum zweiten Mal das Nachsehen: Die Curslacker klärten eine Linksflanke der Gäste, doch Kjell Ellerbrock eroberte den Ball zurück, marschierte mit ihm am Fuß zehn Meter, ließ einen Gegenspieler aussteigen und schlenzte die Kugel schließlich aus 16 Metern in das Tor. „Solche Treffer erzielen sonst eher Spielmacher“, zeigte sich Reibe angetan von den technischen Fertigkeiten seines Abwehrmanns, dem sechs Tage zuvor beim 1:1-Remis gegen den Niendorfer TSV noch ein Eigentor unterlaufen war (SportNord berichtete).

In der Schlussphase wogte die Partie hin und her. Die Gäste hätten das Ergebnis noch komplett zu ihren Gunsten drehen können. Doch Eggers blieb einem Querpass von Christian Kulicke an der Grätsche eines SVCN-Verteidigers hängen und Tim Moritz köpfte einen Eckstoß aus zwei Metern über die Latte, weil er den Ball nicht mehr richtig drücken konnte – der hinter ihm lauernde Lennart Dora hätte ihn vermutlich mühelos eingenickt. Auf der Gegenseite parierte Tiedemann laut Reibe „mehrere Schüsse, die ein gelernter Torwart halten muss“ – allerdings ist Tiedemann ja eigentlich kein Keeper. Kurz vor Ultimo rettete der Linksaußen-Spezialist seinen Torneschern dann mit einer überragenden Fußabwehr das 2:2-Remis und sorgte dafür, dass sich die im Stadionheft von den SVCN-Verantwortlichen getätigte Prognose nicht erfüllte.

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