
Am Mittwochabend wurde in der Sporthalle Hamburg in Alsterdorf der erste Teil des „Schweinske-Cups 2011“ ausgetragen. Vor einer guten Kulisse (die Veranstalter sprachen von 2.926 Zuschauern) erwischte Eintracht Norderstedt (Tabellen-Sechster der Oberliga Hamburg), frisch gebackener Hamburger Hallenmeister (SportNord berichtete, siehe unten stehenden Link), einen Traumstart: Zack, zack – nach drei Minuten stand es 2:0 gegen NK Varteks Varazdin!
Doch Varazdin, das in der Ersten Liga Kroatiens als Rang-Achter überwintert, schlug noch vor der Pause zurück und führte beim Seitenwechsel mit 4:2. In den zwölf Minuten des zweiten Durchgangs schossen beide Teams jeweils zwei Tore, so dass die Gäste vom Balkan mit 6:4 die Oberhand behielten. In ihrem zweiten Gruppenspiel trafen die Norderstedter auf Lyngby BK. Der Tabellen-Sechste der Ersten Liga Dänemarks hatte zum Auftakt einen 6:3-Sieg gegen FK Olimpic Sarajevo gefeiert. Die Eintracht ging zwar erneut früh in Führung (Onur Ulusoy traf bereits in der ersten Minute), doch nach neun Minuten glichen die Dänen zum 1:1 aus und gewannen am Ende mit 4:2. Weil im letzten Mittwochsspiel der Gruppe B Sarajevo im „Balkan-Duell“ gegen Varazdin mit 3:1 triumphierte, hat Norderstedt aber noch eine Minimalchance, als Gruppen-Zweiter das Halbfinale zu erreichen: Am Donnerstag, 30. Dezember, muss der Hamburger Hallenmeister zunächst hoffen, dass Lyngby möglichst hoch gegen Varazdin gewinnt. Anschließend müsste die Eintracht dann mit mindestens zwei Toren Abstand gegen Sarajevo (Rang-Neunter der Ersten Liga von Bosnien-Herzegowina) gewinnen und auch eine bessere Tordifferenz als Varazdin aufweisen, um das Vorrunden-Aus zu verhindern ...
In der Gruppe A hat der Hamburger Hallenvizemeister Altona 93 dagegen nach ebenfalls zwei Niederlagen keine Chance mehr auf den Einzug ins Halbfinale. Gegen Bröndby IF Kopenhagen (Tabellen-Dritter der Ersten Liga Dänemarks) war ein Klassen-Unterschied erkennbar: Bröndby ging nach zwei Minuten in Führung, zur Pause hieß es 4:0. Mirco Bergmann verkürzte zum zwischenzeitlichen 5:1 (15.), am Ende hieß es 6:1 für die Dänen. Gegen den FC Hradec Kralove (Rang-Fünfter der Ersten Liga Tschechiens) konnte das Team von 93-Trainer Thomas Seeliger zunächst deutlich besser als gegen Bröndby mithalten. Nachdem sich Botan Sabir eine Zeitstrafe eingehandelt hatte (3.), überstanden die Altonaer sogar eine zweiminütige Unterzahl ohne Gegentor. In der achten Minute gingen die Tschechen aber mit 1:0 in Führung; Pech für die Hamburger, dass Hradec kurz vor und kurz nach der Pause zwei weitere Tore nachlegte. Erneut der 19-Jährige Bergmann (20., zum 5:1) und Jan-Christian Savelsberg (23., zum 6:2-Endstand) konnten zumindest etwas Ergebniskosmetik für das Team von der Griegstraße betreiben. Am Donnerstag geht es für die Altonaer nun nur noch darum, dem Lokal-Rivalen FC St. Pauli in die „Halbfinal-Suppe“ zu spucken ...
... denn die Kiez-Kicker, die in der Ersten Bundesliga auf dem rettenden 15. Rang überwintern, konnten am Mittwoch nur ihr erstes Spiel siegreich gestalten. Gegen Kralove legten der in Reinbek aufgewachsene Max Kruse (2.) sowie Bastian Oczipka zeitig zwei Tore vor, der gebürtige Bad Oldesloer Rouwen Hennings erhöhte auf 3:0 (7.). Erneut Kruse, der wie von SportNord vorab vermutet mit einigen schönen Tricks glänzte, schoss die 4:0-Führung zur Pause heraus (9.). Nachdem der 22-Jährige Kruse sein drittes Tor des Tages erzielt hatte (15.), ließen die Hamburger im Gefühl des sicheren Sieges die Zügel schleifen. Das kann beim Hallenfußball schnell bestraft werden, und so brachten Michal Pavek (18.), Marek Jandik (20.) und Jakub Chleboun (23.), kurioserweise allesamt Verteidiger und 25 Jahre alt, die Tschechen ruck-zuck auf 3:5 heran. Hätte die Partie noch drei Minuten länger gedauert, wäre sie vielleicht noch vollends gekippt – doch es war nur noch eine Minute zu absolvieren, und acht Sekunden vor dem Ertönen der Schlusssirene räumte der 21-Jährige Oczipka mit seinem Tor zum 6:3-Endstand die letzten theoretischen Zweifel an einem St. Pauli-Sieg aus. Dennoch: Etwas mehr Ruhe hätte dem Spiel des Bundesligisten gut getan!
Alles andere als ruhig ging es dann im letzten Spiel des Tages zwischen Bröndby IF und St. Pauli zu. Trotz (oder gerade wegen) fortgeschrittener Zeit agierten die Spieler beider Teams äußerst hitzköpfig, was zu insgesamt vier Zeitstrafen führte: Bei St. Pauli mussten der für Unbeherrschtheiten bekannte Deniz Naki sowie der gebürtige Kieler Fin Bartels jeweils für zwei Minuten pausieren; auf Kopenhagener Seite wurde Jens Stryger Larsen, ein 19-jähriger Mittelfeldmann, der immerhin schon drei U21-Länderspiele für Dänemark bestritt, gleich zwei Mal vom Schiedsrichter zum Abkühlen für zwei Minuten ausgeschlossen ... Tore waren zunächst Fehlanzeige, beide Mannschaften lieferten sich aber ein packendes Duell auf Augenhöhe. Bei Larsens zweiter Auszeit versäumten es Kruse und Hennings, den Lokalmatadoren in Führung zu schießen, und der 21-Jährige Naki scheiterte am Aluminium. In der 20. Minute gelang dem 23-Jährigen Bartels dann per Abstauber das 1:0, aber die Dänen fanden noch die passende Antwort: Osama Akharraz, bisher nur für die Zweite Mannschaft von Bröndby am Ball, überwand St. Pauli-Keeper Benedikt Pliquett aus Nahdistanz zum 1:1-Endstand. Nun benötigt St. Pauli gegen Altona zumindest einen Punkt, um sicher ins Halbfinale einzuziehen ...
Gruppe A
Ergebnisse:
Eintracht Norderstedt – NK Varteks Varazdin ... 4:6
Lyngby BK – FK Olimpic Sarajevo ...6:3
Eintracht Norderstedt – Lyngby BK ... 2:4
FK Olimpic Sarajevo – NK Varteks Varazdin ... 3:1
Zwischen-Tabelle:
1. Lyngby BK ... 10:5 (+ 5) Tore, 6 Punkte
2. NK Varteks Varazdin ... 7:7 ( 0) Tore, 3 Punkte
3. FK Olimpic Sarajevo ... 6:7 (- 1) Tore, 3 Punkte
4. Eintracht Norderstedt ... 6:10 (- 4) Tore, 0 Punkte
Ansetzungen:
Donnerstag, 30. Dezember, 18.55 Uhr: NK Varteks Varazdin – Lyngby BK
Donnerstag, 30. Dezember, 19.20 Uhr: FK Olimpic Sarajevo – Eintracht Norderstedt
Gruppe B
Ergebnisse:
Bröndby IF Kopenhagen – Altona 93 ... 6:1
FC St. Pauli – FC Hradec Kralove ... 6:3
Altona 93 – FC Hradec Kralove ... 2:6
Bröndby IF Kopenhagen – FC St. Pauli ... 1:1
Zwischen-Tabelle:
1. Bröndby IF Kopenhagen ... 7:2 (+ 5) Tore, 4 Punkte
2. FC St. Pauli ... 7:4 (+ 3) Tore, 4 Punkte
3. FC Hradec Kralove ... 9:8 (+ 1) Tore, 3 Punkte
4. Altona 93 ... 3:12 (- 9) Tore, 0 Punkte
Ansetzungen:
Donnerstag, 30. Dezember, 18 Uhr: FC Hradec Kralove – Bröndby IF Kopenhagen
Donnerstag, 30. Dezember, 18.25 Uhr: FC St. Pauli – Altona 93
Finalrunde
Donnerstag, 30. Dezember, 20 Uhr: Erstes Halbfinale (Sieger Gruppe A – Zweiter Gruppe B)
Donnerstag, 30. Dezember, 20.30 Uhr: Zweites Halbfinale (Sieger Gruppe B – Zweiter Gruppe A)
Donnerstag, 30. Dezember, 21 Uhr: Neunmeterschießen um Platz drei (Verlierer der Halbfinals)
Donnerstag, 30. Dezember, 21.30 Uhr: Finale (Sieger der Halbfinals)
Donnerstag, 30. Dezember, 22 Uhr: Siegerehrung
Ende der Veranstaltung: Donnerstag, 30. Dezember, etwa 22.15 Uhr
(JSp)