
Am Sonntag traf der SV Todesfelde in der Schleswig-Holstein-Liga auf Flensburg 08. Bei traumhaftem Wetter entwickelte sich leider kein herrliches Fußballspiel, was vor allem den schlechten Platzverhältnissen geschuldet war. „Für ein gepflegtes Spiel war da kein Raum“, klagte 08-Trainer Joachim Press. So versuchten es die Todesfelder immer wieder mit hohen und langen Bällen. „Körperlich hat unsere Abwehr bei diesen Szenen zumeist sehr gut dagegen gehalten“, war Press zufrieden. Vor allem in der ersten Halbzeit sorgten einige der langen Todesfelder Bälle aber doch für Gefahr im Gäste-Strafraum. Doch zunächst erwischte Kamil Krol die Kugel nicht richtig, so dass 08-Keeper Fin Hübner sicher zupacken konnte.
Dann war es erneut Krol, der nach einer Maßflanke von Jan-Moritz Bruhn knapp am rechten Pfosten vorbei köpfte. „Dieser Ball hätte gut und gerne auch ins Tor gehen können“, ärgerte sich SVT-Trainer Thomas Möller nach dem Abpfiff. Diese Aussage gilt ohne Frage auch für eine Chance von Bruhn, der aber aus 16 Metern lieber einen Gewaltschuss abfeuerte, anstatt den Ball mit der Innenseite ins Tor zu schieben. „Da wollte er den gegnerischen Keeper wohl mit ins Netz schießen“, haderte Möller. Etwas Glück hatten die Flensburger, als sich Hübner bei einem 20-Meter-Aufsetzer von Sören Gelbrecht gewaltig verschätzte, der Ball aber nicht den Weg ins Tor fand. Und obwohl die 08-Akteure gegen die kopfballstarken Todesfelder auch in den Luft-Zweikämpfen wirklich gut dagegen hielten, hätte auch nach dem einen oder anderen ruhenden Ball das 1:0 fallen können. Die beste Gelegenheit nach einer Standard-Situation vergab Ferdinand Henze, dessen Kopfball nicht platziert genug war. Eine unschöne Szene gab es nach einer halben Stunde, als 08-Innenverteidiger Carsten Rachner einen Ball klärte; sein Todesfelder Gegenspieler zog aber voll durch und traf Rachner so, dass er blutüberströmt auf dem Rasen liegen blieb. Die Partie wurde unterbrochen und der herbei gerufene Krankenwagen brachte Rachner ins Bad Segeberger Krankenhaus. 08-Manager Niels Surburg begleitete Rachner und berichtete nach dem Abpfiff, dass der Verteidiger einen Nasenbeinbruch erlitten habe.
Der Mannschaftsbus holte Rachner und Surburg nach dem Abpfiff in Bad Segeberg ab, so dass alle Flensburger gemeinsam die Heimreise antreten konnten. „Diese Verletzung war für unsere Spieler ein Schock und entsprechend still war es zur Pause auch in der Kabine“, so Press, der betonte: „Ich habe aber klar gesagt, dass wir weiter richtig dagegen halten müssen, denn die Todesfelder haben eine sehr harte Gangart an den Tag gelegt!“ In der zweiten Halbzeit brannte es dann nicht mehr so oft im 08-Strafraum. Am Ende waren die Flensburger dem Sieg sogar näher: Timo Carstensen setzte sich im SVT-Strafraum geschickt durch, schlug dann aber noch einmal zwei Haken, anstatt direkt zu schießen – und verlor beim dritten Haken den Ball (80.). Und als sich 08-Verteidiger Nils Grossmann, der der beste Mann auf dem Platz war, ins Offensivspiel mit einschaltete, versuchte er es im entscheidenden Moment mit einem riskanten Querpass, den die Todesfelder abfingen. „Da wäre ein Rückpass besser gewesen“, so Press, der betonte: „Im ersten Moment dachte ich, es wäre eine gerechte Punkteteilung – aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu dem Schluss, dass wir am Ende, als wir besonnen und zielstrebig gespielt haben, dem Sieg näher waren!“ SVT-Torwart Daniel Jeschke war aber nicht zu bezwingen. Schlusswort Möller: „Ich betrachte das Ergebnis mit einem lachenden und einem weinenden Auge – am Ende müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein!“
(JSp)