Turnier: Titelverteidiger startet mit Sieg


472 Zuschauer konnten die Verantwortlichen des TSV Heist, der in diesem Sommer turnusmäßig die 25. Auflage des Turniers um den Wanderpokal der Raiffeisenbank Elbmarsch ausrichtet, am Montagabend zum ersten Spieltag begrüßen. „Ein guter Zuspruch, der sich hoffentlich an den nächsten Tagen so fortsetzen wird“, erklärte André Behncke, Fußball-Abteilungsleiter der Heistmer, die im Eröffnungsspiel als Gastgeber traditionell auf den Titelverteidiger trafen. Der West-Bezirksligist Hetlinger MTV tat sich dabei schwer, schlug die „Heistmer Jungs“, die sich in diesem Sommer aus der Kreisliga 8 in die B-Kreisklasse 3 zurückgezogen hatten, am Ende jedoch mit 2:0.

In der ersten Halbzeit sei es aber „eine ausgeglichene Partie“ gewesen, betonte Volker Grossmann, der die Heistmer zusammen mit Rainer Ossenbrüggen trainiert: „Da sind wir dem klaren Favoriten auf Augenhöhe begegnet.“ Trotzdem gingen die Hetlinger bereits in der 13. Minute in Front: Nach einem im Pressing gewonnenen Ball und einer Flanke von Maximilian Wichern köpfte ausgerechnet Jan-Luca Bruckmann, der bis zum Mai noch für die Heistmer kickte, zum 1:0 ein. „Danach haben wir viel von dem, was wir uns eigentlich vorgenommen hatte, vermissen lassen“, so HMTV-Co-Trainer Jonas Hübner, der aufgrund der Abwesenheit von Chefcoach Patrick Bethke (Mallorca-Urlaub) verantwortlich an der Linie stand und zu bedenken gab: „Eventuell lag das an einer gewissen Müdigkeit, die uns vom vorherigen Turnier um den STW-Cup in den Beinen steckte.“ So kamen die Hausherren zu einigen Kontersituationen, die sie aber zum Leidwesen von Volker Grossmann „leider nicht gut genug bis zum Ende ausspielten“. Deshalb wurden die Seiten beim Stand von 1:0 für die Hetlinger gewechselt.

Nach der Pause wurde die Überlegenheit der Hetlinger dann immer größer: „Da hat man gesehen, dass das HMTV-Team sich seit mehreren Wochen in der Vorbereitung auf seine zweite Bezirksliga-Saison befindet, während unsere Akteure zwar auch schon bei verschiedenen Vereinen trainiert, aber am Donnerstagabend nur ein einziges Mal zusammen gegen den Ball getreten haben“, sagte Volker Grossmann mit Blick darauf, dass er zahlreiche Kicker, die den TSV in diesem Sommer verließen, als Gastspieler einsetzte. Zunächst verpassten es die Hetlinger jedoch, das 2:0 nachzulegen: Philipp Drews köpfte nach einem Eckstoß von Caner Arda vorbei (40. Minute), Wicherns Versuch wurde abgeblockt (43.) und Nils Kamsteeg scheiterte von halblinks an TSV-Torwart Sebastian Münster (45.), der dem eigenen Bekunden nach „erstmals seit einem Jahr wieder im Gehäuse stand“.

Nach einer knappen Stunde fiel dann aber das entscheidende zweite Tor: Nach einem Einwurf von Tim Eberle zog Julian Moldenhauer von links nach innen und fand Dominik Zink; dessen abprallender Schuss gelangte zum eingewechselten Alec Del Bono, der von links aus spitzem Winkel den Endstand herstellte (59.). Während Volker Grossmann „mit der ersten Halbzeit zufrieden war“, befand Jonas Hübner: „Der Turnierstart ist geglückt und am Ende zählen die drei Punkte, aber an unserer Spielweise müssen wir noch arbeiten.“

In der zweiten Partie des ersten Spieltages ging es zwischen dem TV Haseldorf und dem TSV Holm, die im Mai unisono den Aufstieg aus der A-Kreisklasse in die Kreisliga 8 geschafft hatten, deutlich tempoärmer zu als im Eröffnungsspiel. „In der Anfangsphase haben wir noch forsch nach vorne gespielt“, erklärte TVH-Trainer Benjamin Kälberloh, der allerdings zugeben musste: „Nach drei, vier guten Minuten war es mit unserer Herrlichkeit leider schon vorbei.“ In der Folge sah Kälberloh „einen schwachen Kick“ und sein Gegenüber, der Holmer Coach Arne Frank, befand: „Wir waren in der ersten Halbzeit viel zu passiv.“

Trotzdem hätte das TSV-Team in Führung gehen können, doch Marco Clausen zielte von halblinks aus knapp am kurzen Eck vorbei (22. Minute). Im direkten Gegenzug blieb Max Krüger von halbrechts aus an TSV-Torwart Niklas Gibb hängen und der Nachschuss von Nikolai Karolewicz wurde von einem Holmer Verteidiger noch so abgefälscht, dass er rechts am Gehäuse vorbei rutschte. Den darauffolgenden Eckstoß von Lukas Nickels erwischte Joschua Heinsohn per Kopf nicht richtig (25.), weshalb die erste Halbzeit torlos blieb. Clausen, der vor Jahresfrist in Moorrege Torschützenkönig des Turniers geworden war, musste nun nach nicht einmal einer halben Stunde mit einer Zerrung ausgewechselt werden. Für ihn kam Victor Koltunow in die Partie.

In der Kabine sagte Kälberloh seinen Schützlingen, dass sie „schneller spielen“ müssten, was sie aber nicht in die Tat umsetzten. Dagegen stellte Frank erfreut fest, dass seine Elf „im zweiten Durchgang wesentlich aktiver in die Zweikämpfe gegangen“ sei und so „das Spiel offener gestaltet“ habe. Dies machte sich bezahlt: Als der Haseldorfer Malte Dombeck in der Vorwärtsbewegung das Spielgerät verlor, schalteten die Holmer blitzschnell um und Matthias Langmaack fand mit einer langen Rechtsflanke Koltunow, der freistehend zum 1:0 traf. In der Schlussphase gab es noch zwei dramatische Szenen: Erst traf Eddy Lucas mit einem Schuss beide (!) Pfosten des Haseldorfer Gehäuses (68.), ehe in der Nachspielzeit der aufgerückte TVH-Torwart Florian Schuldt nach einem Eckstoß nur knapp vorbei köpfte. „Wir haben uns nach der Pause gesteigert, aber glücklich gewonnen“, urteilte Frank. Kälberloh bemängelte „zu wenig Laufbereitschaft“ bei seiner Elf.

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