Kreisliga 7: Die „Jonier“ wahren ihre weiße Weste


Die Siegesserie des SC Union 03 setzte sich am Sonntag fort: Mit einem 4:2 beim Hetlinger MTV, der ebenfalls gewisse Aufstiegsambitionen hegt, gewann die Mannschaft des Traditionsvereins aus Hamburg-Altona auch ihr achtes Saisonspiel in der Kreisliga 7. Bevor die „Jonier“ am kommenden Sonntag, 24. September zum Topspiel den sechs Punkte zurückliegenden Tabellen-Zweiten Heidgrabener SV II empfangen, sagte Marc Zippel, Trainer des HMTV (Tabellen-Fünfter mit 13 Zähler aus allerdings auch erst sieben Partien): „Die ,Jonier' können wir nicht mehr einholen.“

Dabei schienen die Hetlinger lange auf dem besten Weg dahin zu sein, dem Tabellenführer ein Bein zu stellen. „Die Einstellung und die Moral meiner Mannschaft waren phantastisch ‒ aber leider gab es eine gravierende Einflussnahme“, so Marc Zippel, der damit auf Schiedsrichter Thomas Schmidt (vom TuS Hamburg) anspielte. „Jede enge Entscheidung wurde gegen uns getroffen“, so Marc Zippel, der nach dem Abpfiff noch mit Schmidt sowie dessen Assistenten Alexander Kreuziger und Maurice-Niklas Vorberg sprach. „Dabei bestätigte mir das Gespann, dass es in fast allen 50:50-Entscheidungen gegen uns entschieden hätte, und fühlte sich damit auch nicht mehr so richtig wohl“, ergänzte Marc Zippel. Bedauerlich war zudem, dass bei beiden Teams wichtige Akteure ausfielen: Dass bei den Hetlingern mit Philipp Drews (Rot-Sperre), Fabian Ecke und Jesse Plüschau (beide Auslandssemester) sowie Daniel Schröder (drei Wochen in München) vier Stammkräfte fehlten, bescherte Moritz Bär seine Premiere bei den Ersten Hetlinger Herren sowie Samet Baygündüz ihr Start-Elf-Debüt in dieser Saison. Bei den „Joniern“ nahm Toptorjäger Alexander Tietz (bisher elf Treffer) zwar auf der Bank Platz, doch aufgrund seiner Verletzung wurde er nicht eingewechselt.

Zunächst duellierten sich die beiden Teams im Deichstadion auf Augenhöhe, wobei die Gäste leichte Vorteile besaßen. In der 36. Minute gingen aber die Hausherren in Führung: Niklas Kock traf nach einer schönen Kombination über mehrere Stationen, indem er überlegt in die Ecke einschob. Zuvor hatten die Hetlinger schon zum ersten Mal mit Schmidt gehadert, der, als Maximilian Wichern „klar im Strafraum gelegt wurde“ (Marc Zippel), den „Tatort“ vor die Grenze des Sechzehnmeterraumes verlegte, weshalb es „nur“ einen Freistoß und keinen Elfmeter gab. Im zweiten Durchgang setzten sich Schmidts umstrittene Entscheidungen leider fort. Als HMTV-Verteidiger Ishmael Brown im eigenen Strafraum „erst den Ball spielte und dann den Gegner traf“, wie Marc Zippel beteuerte, zeigte der Referee nicht nur auf den Elfmeterpunkt, sondern dem Hetlinger auch noch die Gelb-Rote Karte. Den Strafstoß, den Danny Kühn flach rechts schoss, partierte HMTV-Torwart Daniel Kleinwort „überragend“, wie Marc Zippel lobte (58.). Zwölf Minuten später wurde der Hetlinger Aleksandar Pavlovic links im Mittelfeld von Union-Akteur Felix Köhnecke rüde gefoult ‒ und sah die Rote Karte, weil er nach Schmidts Ansicht seinen Gegenspieler bespuckt haben soll. „Mir hat Pavlovic gesagt, er habe am Boden liegend in die Luft gespuckt“, so Marc Zippel, der sich darüber ärgerte, dass von den Union-Spielern, die Pavlovic anschließend bedrängten (einer griff ihm ins Gesicht), keiner eine persönliche Strafe erhielt.

Fußball gespielt wurde auch noch: Dem verdienten 1:1-Ausgleich von Köhnecke (74.) ließen die nur noch neun Hetlinger die erneute Führung folgen, als Wichern einen Schnittstellenpass von Jan Wenzel aufnahm, alle Gegenspieler überlief und an Gäste-Keeper Dino Music vorbei zum 2:1 einschob (78.). Danach verhinderte Music zweimal glänzend gegen frei vor ihm auftauchende HMTV-Spieler einen höheren Rückstand seines Teams. Somit hatten es die „Jonier“ vor allem ihrem Keeper zu verdanken, dass Daniel Scharntke in der 86. Minute eine Flanke von Alexander Schmidt zum 2:2 verwerten konnte. Unglaublich, aber wahr: Danach hatten die Hetlinger zwei weitere gute Gelegenheiten, die Music aber erneut stark vereitelte. In der 91. Minute gingen dann die Gäste erstmals in Führung: Henrik Lange passte steil zum ehemaligen Regionalliga-Spieler Kühn, der noch einen Hetlinger aussteigen ließ und den Ball dann mit einem herrlichen Schlenzer zum 2:3 versenkte. Als Kleinwort in der langen Nachspielzeit knapp vor der Mittellinie einen Freistoß ausführen wollte und dabei wegrutschte, gelangte der Ball zu Köhnecke, der nach einem Doppelpass mit Kühn aus 35 Metern am HMTV-Torwart vorbei zum 2:4-Endstand einschoss (94.).

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