
Wer am Sonntag um 15 Uhr im DFB-Net nachschaute, welcher Schiedsrichter für das Derby der Kreisliga 7 zwischen dem SC Cosmos Wedel und dem TSV Holm leiten sollte, fand dort keinen Namen (mehr?). Entweder war für diese Partie gar kein Gespann angesetzt worden, oder der Unparteiische selbst löschte seinen Namen, nachdem er den Beschluss gefasst hatte, nicht an die Schulauer Straße zu reisen. Die Absage eines Schiedsrichters ging beim SC Cosmos jedenfalls nicht ein.
Nach der vorgeschriebenen Wartefrist sprang der unter den Zuschauern weilende Timo Albrecht, Bruder des Holmer Reserve-Spielers Tobias Albrecht, als Aushilfsreferee ein. Die Gäste gingen auf dem Kunstrasenplatz an der Schulauer Straße durch Hannes Großmann (11.) und Fabian Jensen (26.) mit 2:0 in Führung, ehe Felix Mühlich für die Wedeler per Doppelschlag zum 2:2-Pausenstand egalisierte (36., 37.). Im zweiten Durchgang brachte Jan Dostal die Gäste erneut in Führung (2:3/62.). „Danach haben einige unserer Spieler wohl gedacht, es würde von alleine gehen“, tadelte TSV-Trainer Andree Otto, der in Wedel lebt. Dies bestraften die „Cosmonauten“ nicht nur mit dem 3:3-Ausgleich (Maximilian Wichern/63.), sondern der eingewechselte Frederic Verter legte noch zwei Tore für die Heim-Elf nach (74., 83.). In der Nachspielzeit konnte Reinhard Wagler nur noch zum 5:4-Endstand verkürzen (91.), so dass die Holmer das Schützenfest verloren. „Einen Punkt hätten wir mindestens mitnehmen können ‒ aber Cosmos hat am Ende richtig Gas gegeben , während es einige unserer Spieler noch nicht begriffen haben, dass sie in der Kreisliga 90 Minuten kämpfen geben müssen, um zu bestehen“, ärgerte sich Otto.