
Einen Tag, nachdem Holstein Kiel den Aufstieg in die Zweite Bundesliga in der Relegation hauchdünn verpasste (SportNord berichtete), ist erneut eine Fußball-Mannschaft aus Kiel in einem Aufstiegsspiel dabei. Der TSV Schilksee, der die Schleswig-Holstein-Liga als Meister abschloss, empfängt am zweiten Spieltag der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord den Bremen-Liga-Meister Bremer SV. Ab 19.30 Uhr rollt auf dem Sportplatz an der Schilkseer Straße der Ball.
Während das Team von TSV-Trainer Thorsten Gutzeit, der vor zwei Jahren noch den „großen Nachbarn“ Holstein Kiel zum Aufstieg in die Dritte Liga führte, am ersten Aufstiegsrunden-Spieltag spielfrei hatte, starteten die Bremer am Sonntag mit einem 2:1-Heimsieg gegen VfV Borussia 06 Hildesheim (Vizemeister der Oberliga Niedersachsen) in die Aufstiegsrunde. Sebastian Kurkiewicz (17.) sowie Kapitän Ontje Abendroth per Strafstoß (80.) trafen dabei für die Bremer. Für die Hildesheimer hatte Philipp-Bruno Rockahr am Panzenberg vor 912 Zuschauern zwischenzeitlich ausgeglichen (49.). Da am Ende der Erste und der Zweite der Dreier-Gruppe sicher den Sprung in die Regionalliga schaffen, würde den Bremern nun bereits ein Unentschieden in der Fördestadt genügen, um den Aufstieg vorzeitig sicher zu haben.
Den Schilkseern würde, sofern sie nicht verlieren oder bei einer Niederlage mit einem Tor Differenz mindestens zweimal selbst treffen, zum Abschluss der Runde am Sonntag, 7. Juni bereits ein Unentschieden in Hildesheim zum Aufstieg genügen. Gutzeit hofft aber natürlich auf einen Heimsieg. Und dabei gilt bei einem TSV-Erfolg mit mindestens zwei Treffern Vorsprung: Je höher die Schleswig-Holsteiner gewinnen, desto höher dürfen sie vier Tage später in Hildesheim verlieren (nämlich jeweils mit derselben Tordifferenz), und würden trotzdem noch aufsteigen. Während Schilksee mit 74 Punkten und 94:33-Toren aus 34 Partien Schleswig-Holsteins Meister wurde, sicherte sich das Team von BSV-Trainer Klaus Gelsdorf mit imposanten 80 Zählern und 118:23-Treffern aus nur 30 Spielen den Titel in Bremen.
In den letzten Wochen war Schilksee nicht mehr gut in Form: Aus den jüngsten vier Partien wurden nur magere zwei Punkte geholt. Zuletzt setzte es ‒ als die Meisterschaft allerdings schon sicher war ‒ am 22. Mai eine 0:1-Heimpleite gegen den SV Todesfelde (Tor: Daniel Schumacher/26.). Dagegen überstand der Bremer SV nicht nur die Bremen-Liga-Saison ungeschlagen (25 Siege und fünf Unentschieden), sondern gewann auch den Bremer Verbandspokal: Im Finale wurde der auch in der Meisterschaft zweitplatzierte Brinkumer SV mit 5:1 abgefertigt. Seine bisher einzige Pflichtspiel-Niederlage in der Saison 2014/2015 kassierte Gelsdorfs Team somit am 16. August 2014, als es in der Ersten Hauptrunde des DFB-Vereinspokals dem Zweitligisten TSV Eintracht Braunschweig nur knapp mit 0:1 unterlag.
Von 2008 bis 2013 wurde der Bremer SV sechsmal in Folge (!) Vizemeister der höchsten Bremer Spielklasse. Im Sommer 2014 gelang endlich der Titelgewinn ‒ in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga hatte das BSV-Team vor Jahresfrist allerdings das Nachsehen gegen den VfB Lübeck und die FT Braunschweig (SportNord berichtete, siehe unten stehenden Link). Der TSV Schilksee, das erst im Sommer 2013 als Meister der Verbandsliga Nord-Ost in die Schleswig-Holstein-Liga aufgestiegen war, klopft dagegen erstmals an das Regionalliga-Tor. Im aktuellen Kader der Bremer stehen auch Florent Azizi, der in seiner Jugend bei Holstein Kiel, beim PSV Neumünster und SV Tungendorf kickte und im Herren-Bereich im Frühjahr 2008 für den VfB Lübeck aktiv war, sowie Boris Koweschnikow (2012/2013 beim FC St. Pauli II).