Kreisklasse 1: Willinghusen II hauchdünn zum Titel


Vor dem letzten Spieltag war in der Kreisklasse 1 für die vier Top-Teams Willinghusener SC II, SV Altengamme II, TSG Bergedorf und MSV Hamburg II jeweils noch alles möglich: Direkt-Aufstieg in die Kreisliga als Meister oder Vizemeister, Teilnehmer an der Aufstiegsrunde als Rang-Dritter oder Scheitern als Tabellen-Vierter. Am Ende holte Willinghusen II den Titel, weil es gegenüber dem punktgleichen Altengamme II die um einen (!) Treffer bessere Tordifferenz aufwies.

Nach der knappsten aller Meisterschafts-Entscheidungen im Hamburger Amateur-Bereich in dieser Saison erklärte WSC-Coach Peter Lehmann: „Alle vier Mannschaften, die bis zum Ende oben dabei waren, hätten die Meisterschaft verdient gehabt!“ Und warum setzte sich sein Team letztlich durch? „Hier muss man sagen, dass wir am Ende auch das nötige Quäntchen Glück hatten“, gab Lehmann unumwunden zu. Sieht man die nackten Zahlen, könnte man meinen, am letzten Spieltag lieferten sich Willinghusen II (6:0 beim Barsbütteler SV II/7.) und Altengamme II (5:0 gegen die Lauenburger SV II/12.) nicht nur ein Fern-Duell, sondern ein Wettschießen um den Titel. Lehmann, dessen Team vor dem letzten Spieltag sogar nur aufgrund der Mehrzahl der erzielten Treffer vor der ansonsten punkt- und tordifferenzgleichen SVA-Reserve lag, betonte aber: „Wir waren nicht darüber informiert, wie es in Altengamme am Gammer Weg stand!“

Gerüchten, die Willinghusener hätten von ihrem Nachbarn Barsbüttel II den abschließenden Kantersieg geschenkt bekommen, trat Lehmann energisch entgegen: „Wenn man sich die Duelle der Vergangenheit anschaut, egal ob zwischen den Ersten oder Zweiten Mannschaften, gab es immer harten Konkurrenzkampf und spannende Partien. Nun ging es für Barsbüttel II zwar um nichts mehr – aber sie hätten ihre Saison damit retten können, indem sie uns den Aufstieg vermasseln!“ So weit kam es aber nicht, weil die WSC-Reserve auf dem Kunstrasenplatz am Soltausredder deutlich überlegen war. Nun denkt Lehmann schon an die kommende Saison: „Wir würden gerne wieder in die Kreisliga 3 gehen, aus der wir ja im Sommer 2009 abgestiegen waren ... Dort hätten wir die kürzesten Wege und reizvolle Derbys beispielsweise gegen den SC Wentorf, der ja leider nach nur einem Jahr wieder aus der Bezirksliga Ost abgestiegen ist!“

Hatte Lehmann, der im vergangenen Sommer das Traineramt beim WSC II von Klaus Rohleder übernahm, mit dem sofortigen Wiederaufstieg gerechnet? „Ich musste das Team nach dem Abstieg sowie zahlreichen Zu- und Abgängen zunächst neu formieren. Die Mannschaft hat sich schnell gefunden, war aber trotzdem lange Zeit nur Vierter. In der Winterpause habe ich gesagt, dass wir zumindest noch einmal Platz drei angreifen wollen – im Frühjahr hatten wir dann das Glück des Tüchtigen, indem wir durch Patzer unserer Konkurrenten, die unter personellen Problemen litten, nach oben gespült wurden!“ Während sich Altengamme II, das von Ende August 2009 bis Ende März 2010 14 (!) Punktspiele in Folge gewonnen hatte, zumindest noch mit dem Direkt-Aufstieg trösten kann, muss die TSG in die Aufstiegsrunde. „Ich drücke diesem Traditionsverein die Daumen, dass er sich dort gegen den SV Friedrichsgabe und Roland Wedel II durchsetzt“, so Lehmann.

Und was kann Willinghusen II, das in der Saison 2006/2007 sogar noch in der Bezirksliga Nord spielte, in der nächsten Spielzeit sportlich in der Kreisliga erreichen? „Unser Ziel ist es, einfach drin zu bleiben – und ich glaube schon, dass wir den Klassenerhalt schaffen können“, ist Lehmann zuversichtlich. Illusionen, dabei auf Unterstützung der Ersten Mannschaft, die zuletzt als Zwölfter der Bezirksliga Ost enttäuschte, bauen zu können, gibt sich Lehmann nicht hin: „Von meiner Seite aus wäre es zwar wünschenswert, mit der Liga-Mannschaft zusammenzuarbeiten – aber das wird von einigen Personen aus internen Gründen leider nicht gewollt!“ Lehmann präzisierte: „Dass es keine Zusammenarbeit zwischen der Ersten und Zweiten Mannschaft gibt, liegt nicht an mir ... Aber wir haben zuletzt gut mit unserer Dritten Mannschaft zusammengearbeitet, als es bei uns mit einigen jungen Spielern, die zu Saisonbeginn dazu gekommen waren, nicht passte!“

So verrückt es klingen mag, aber vielleicht war die fehlende Zusammenarbeit mit der Liga-Mannschaft am Ende sogar im Titelrennen das entscheidende Plus für Willinghusen II: „Ich weiß, dass es bei der MSV-Reserve eine gute Zusammenarbeit mit der Liga-Mannschaft gab, und am 25. April haben wir beim MSV II auch vollkommen verdient mit 1:4 verloren“, so Lehmann, der aber zu bedenken gab: „Am Ende konnten der MSV und auch Altengamme II nicht mehr auf die Unterstützung der Liga-Spieler, die sich festgespielt hatten, zurückgreifen ...“ So verpasste die MSV-Reserve als Rang-Vierter zum dritten Mal in Folge knapp den Aufstieg, obwohl sie mit 108 Toren die meisten in ihrer Staffel erzielte. Lehmann fand abschließend noch lobende Worte für die TSG Bergedorf: „Sie hatte das spielintelligenteste Team, aber das Problem, dass viele Studenten nicht immer zur Verfügung standen – ich hoffe aber, dass wir uns in der kommenden Saison in der Kreisliga wiedersehen!“


SportNord gratuliert dem Willinghusener SC II zur Meisterschaft und zum Aufstieg in die Kreisliga!

(JSp)

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