Bezirksliga Nord: Lokstedt durch 1:0 gegen Sperber fast am Ziel


Hatte Eintracht Lokstedt erst vor wenigen Tagen das Hinspiel beim SC Sperber (Nachholpartie) schier und glatt mit 4:0 für sich entscheiden können, folgte nun am Sonntagnachmittag das Rückspiel an der Döhrntwiete.

Der ohnehin ausgedünnte Kader beim SC Sperber, bei dem noch kurzfristig Spieler absagen mussten, führte diesmal dazu, dass Ligamanager Olaf Heidrich auf einen Akteur aus den eigenen Senioren zurückgreifen musste. Hierbei handelte es sich um Steffen Dörfel (40), Sohn der HSV-Legende „Charly“ Gert Dörfel. „Ist doch klar, dass ich komme, wenn man mich ruft“, sagte Dörfel, der als einzige Spitze aufgestellt wurde, seine Sache gar nicht mal so schlechtmachte und nach 45 schweißtreibenden Minuten vom erst nach Anpfiff herangeeilten Markus Trilk ersetzt wurde.

Die ersten 45 Minuten fand das Spiel fast ausschließlich in der Hälfte der Gäste statt, die sich auf die Fahnen geschrieben hatten, nicht abgeschossen zu werden und dies mit wirklich geschickt angerührtem Beton auch zu verhindern wussten. Lokstedt tat sich trotz gefühltem Ballbesitz von 80 Prozent schwer, den Gäste-Riegel zu knacken. Mario Beslic hatte immerhin zwei gute Gelegenheiten, die er mit einem geblockten Schuss zur Ecke (9.) und einem Abschluss links im Strafraum, der neben das Tor ging (19.), liegenließ. Nach 27 Minuten entschied Schiedsrichter Zubeir Ahmadi, der ein Foulspiel von Sperbers Benjamin Baarz an Jan Steinbüchel ausgemacht haben wollte, auf Strafstoß für die Eintracht. Ersin Cavus trat an und setzte den Ball an die Latte des von Daniel Göbel gehüteten Tores. Doch nur 120 Sekunden später klingelte es dann doch im Gäste-Tor. Endlich einmal kombinierten sich die Hausherren per Doppelpass zwischen Adem Ismajili und Luis Gleich durch das engmaschige Abwehrgefüge. Gleich traf dann aus wenigen Metern zum 1:0 (29.).
Die Gäste kamen dann zu ihrer einzigen annähernden Möglichkeit im ersten Durchgang, als Stefan Ruhm plötzlich rechts freie Fahrt hatte, flankte und fast Steffen Dörfel in Szene gebracht hätte. Ein Lokstedter Kopf rettete zur Ecke (33.).

Kurz nach dem Seitenwechsel war es dann Tamino Kunter, der frei aus 15 Metern zum Abschluss kam, den Ball aber nur hauchdünn rechts neben das Tor der Gäste setzte (46.). Marc Precht blieb auch der zweite wohl vorentscheidende Treffer verwehrt, als ihm Torwart Göbel im letzten Augenblick den Ball vom Fuß fischte (57.). Sperber kämpfte aufopferungsvoll und ließ danach hinten immer weniger zu. Lokstedt verkrampfte mehr und mehr, hatte aber nach 76 Minuten noch einen Hochkaräter, nachdem Joker Alexander Gäde schon Torwart Daniel Göbel umkurvt hatte, dann aber mit seinem Schuss an Stefan Ruhm scheiterte, der kurz vor der Torlinie klären konnte.

Die bis dahin offensiv so gut wie gar nicht in Erscheinung getretenen Gäste hatten sich dies dann für die letzten fünf Minuten aufgehoben. Benjamin Baarz verlängerte einen langen Ball per Kopf in den Lauf von Tom Nitzsche, der sich zentral durchsetzte und dann nur durch einen Superreflex von Lokstedts Keeper Jan Giesecke am 1:1 Ausgleich gehindert wurde (86.). Lokstedt agierte plötzlich nervös, wurde aber nicht mehr bestraft, denn auch Sperbers Arne Müller hatte noch den Ausgleich auf dem Fuß, traf aber aus 15 Metern den Ball nicht richtig (88.).

So blieb es beim unbestritten verdienten, aber in der Endphase fast noch glücklichen 1:0 gegen einen SC Sperber, der im Rahmen seiner derzeitigen Möglichkeiten das Beste aus sich herausgeholt und am Ende sogar am Gewinn eines Zählers gerochen hatte.

Lokstedts Trainer Anto Josipovic meinte nach dem Spiel: „Am Ende des Tages können wir einfach nur glücklich sein und uns bei unserem Torwart bedanken, dass wir gewonnen haben.“

Noch glücklicher waren die Lokstedter, als sie wenig später vom 0:0 des Eimsbütteler TV beim FC Alsterbrüder hörten, denn nun, zwei Spiele vor Saisonende führen sie die Tabelle mit bereits vier Zählern Vorsprung vor dem ETV an.





hvp

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