Lotto-Pokal: Hamwarde-Aus nach großem Kampf gegen HR


Eine irre Schlacht lieferten sich am Sonntag im vorletzten Lotto-Pokal-Achtelfinale der SV Hamwarde (Spitzenreiter der Kreisliga 3) und der Hammonia-Landesligist SV Halstenbek-Rellingen. Den Hamwardern fehlte nicht viel, um nach dem SC VW Billstedt 04, VfL Lohbrügge und SC Sternschanze einen vierten Landesligisten im laufenden Wettbewerb zu eliminieren. Das Team von SVH-Trainer Maxwell Phelps trotzte den Gästen ein 0:0 nach 90 Minuten ab und kam dann, obwohl es in der Verlängerung drei Platzverweise hinnehmen musste, mit der letzten Aktion des Spiels zum 2:2-Ausgleich. Diesen erkannte Schiedsrichter Jan Strauch (vom SC Wentorf) aber wegen einer Abseitsstellung nicht an – kein Wunder, dass ihn neben zahlreichen Spielern und Verantwortlichen des Kreisligisten auch der Stadionsprecher rügte. Aber der Reihe nach ...

Die Gäste aus dem Kreis Pinneberg, die mit einem Bus die rund 54 Kilometer lange Fahrt an die Hamwarder Mühlenstraße absolviert hatten, trafen so, wie es ihr Coach Heiko Barthel vorab prognostiziert hatte, auf einen Gegner, der ihnen auf Augenhöhe begegnete. Nach einer knappen halben Stunde hätte der Favorit trotzdem in Führung gehen können, ja müssen – doch erst vergaben Luis Diaz Alvarez und Marcel Schöttke eine Doppelchance (29. Minute), ehe kurz darauf auch Adrian Ghadimi Nouran scheiterte (32.). „In der zweiten Hälfte begann HR, ein wenig Druck zu machen. Die Gastgeber wirkten zu dieser Zeit ein wenig müde“, hieß es auf der facebook-Seite der „Baumschuler“, auf der die Verantwortlichen aber einräumen mussten, dass „zahlreiche Möglichkeiten nicht genutzt werden konnten“. Ein Sonderlob verdiente sich hierbei SVH-Keeper Dirk Kappmeyer, der wiederholt stark reagierte.

So ging die Pokal-Schlacht beim Stand von 0:0 in die Verlängerung. Hier schien das Pendel zugunsten von Halstenbek-Rellingen auszuschlagen, als Sergio Batista Monteiro traf (0:1/92.). Diesen Rückschlag steckten die Hausherren aber ebenso weg wie eine Rote Karte, die Dennis Bahr für ein Foul im gegnerischen (!) Strafraum gesehen hatte. Indem HR-Kapitän Schöttke einen Foulelfmeter über das Ziel hinweg jagte (110.), hielt er die Hausherren im Spiel. Und dann wurde es richtig verrückt: Obwohl mit Arjen de Boer (Notbremse) und Niklas Hintz (Unsportlichkeit) in der 115. Minute zwei weitere Hamwarder mit „Rot“ vom Platz flogen, fiel zwei Zeigerumdrehungen später der Ausgleich, als Maurice Osterhof zum 1:1 einköpfte. Die Gäste schlugen aber postwendend zurück: Schöttke gelang ebenfalls per Kopf das 2:1 für den Favoriten (118.).

Weil Schöttke kurz darauf einen zweiten Strafstoß nur an die Latte setzte, warfen die Hamwarder in der Schlussphase der Extraspielzeit noch einmal alles nach vorne und tatsächlich traf „Joker“ Max Scharnberg. Doch die Abseitsfahne des Schiedsrichter-Assistenten ging hoch, was den Torjubel der SVH-Anhänger jäh stoppte. Somit verpasste es der Außenseiter hauchdünn, das Elfmeterschießen zu erreichen. „Mehr Herzflattern ging nicht – danke an den SV Hamwarde für die Gastfreundschaft“, hieß es auf der facebook-Seite der Halstenbeker, denen nun nur noch zwei weitere Siege fehlen, um zum dritten Mal nach 2005 (1:2 gegen den FC St. Pauli) und 2017 (1:2 nach Verlängerung gegen den FC Eintracht Norderstedt) das Finale des Hamburger Verbandspokals zu erreichen.

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