Lotto-Pokal: Weggeschwemmte Linien sorgen für Abbruch

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Marinus Hoofe (VfL Pinneberg, rechts), der das einzige Tor des Tages erzielte, ist hier vor drei Elmshornern am Ball.
(Foto-Credit: Johannes Speckner)

Zwölf Minuten zuzüglich Nachspielzeit hätte der VfL Pinneberg (Landesliga 1) noch unbeschadet überstehen müssen, um den Einzug in die Vierte Runde des Lotto-Pokals sicher zu haben. Insofern war es absolut verständlich, dass die Verantwortlichen und die Spieler des Klubs aus der Kreisstadt unzufrieden waren, als Schiedsrichter Niko Lahajnar (vom TuS Borstel) ihr Drittrunden-Spiel beim FC Elmshorn (Bezirksliga 1) nach 50-minütiger Wartezeit beim Stand von 1:0 für das klassenhöhere Team abbrach.


Der Grund für den Abbruch: Auf dem Rasenplatz an der Wilhelmstraße, der schon seit Jahren „anfällig“ für Sperrungen nach Regenfällen ist, waren aufgrund der starken Regenfälle die Linien, die die Ränder des Spielfeldes, des Strafraums und des Fünfmeterraums markieren, teilweise „weggeschwemmt“ worden. Lahajnar weigerte sich, die Begegnung unter diesen Voraussetzungen wieder anzupfeifen, als der Regen nachließ. Die von FCE-Vizepräsident Uwe Wölm vorgeschlagene Variante, den Platzwart kommen und ihn die Linien neu ziehen zu lassen, schied aus, weil Lahajnar die Wartezeit dafür als zu lange war. Somit wurde 50 Minuten, nachdem die Begegnung unterbrochen worden war, deren Abbruch besiegelt.


Zuvor hatte es so, wie vom unter den Zuschauern weilenden Ex-FCE-Coach Mirco Seitz erwartet, „ein munteres Duell auf Augenhöhe“ gegeben. Als VfL-Stürmer Fatih Simsek im Duell mit Max Eichholz in den Elmshorner Strafraum hineinstürzte (13. Minute), hätte es „durchaus einen Elfmeter geben können“. Dies fand jedenfalls der Pinneberger Liga-Obmann Theodoros Ourgantzidis, der von der den Trainerbänken gegenüberliegenden Seite aus Kommandos für die Gäste-Akteure gab. Kurz darauf gab Aleksandar Pavlovic von halbrechts aus einen satten Schuss ab, den FCE-Keeper Damian Suszczewicz aber parierte. Der Pole hatte in der Saison 2019/2020 seine erste Deutschland-Station in der Fahltsweide gehabt; auch Verteidiger Jakub Kokoc war im Sommer 2020 vom VfL an die Krückau gewechselt und umso trauriger darüber, dass er schon nach 18 Zeigerumdrehungen verletzt vom Feld humpeln musste.


Die nächste gute Chance der Gäste gab es, als sie nach einem Elmshorner Eckstoß einen Bilderbuch-Konter vortrugen: Marinus Hoofe suchte Simsek, dessen Rechtsflanke für Ramy Mansour jedoch ein Tick zu steil war (20.). Aber auch Bastian Buß, der nach den Kreuzbandrissen bei Marvin Kiesewetter und Luca Protzek von ursprünglich drei Torhütern der einzige noch einsatzbereite im VfL-Kader ist, wurde gefordert. Nachdem er in der Anfangsphase schon einen langen Pass vor dem heraneilenden Kokoc unter sich begraben hatte, rettete er stark gegen den frei vor ihm auftauchenden Emmanuel Kwakye (22.). So sahen es ihm seine Mitspieler nach, dass er nach einer halben Stunde eine hohe Flanke im Luftkampf mit Tyron Gyamenah nicht behaupten konnte, was aber folgenlos blieb, da Jesse Plüschau – trug aufgrund der verletzungsbedingten Abwesenheit seines eigentlichen Abwehrnebenmannes Dominik Füßmann zum zweiten Mal die Kapitänsbinde – die Situation bereinigte.


Kurz vor der Pause gingen dann die Pinneberger in Führung: Einen Querpass von Simsek versenkte der agile Hoffe zum 0:1 (45.). Hatte es während der ersten Halbzeit schon Wetterleuchten am immer dunkler werdenden Himmel gegeben, so setzte mit dem Beginn des zweiten Durchgangs der Regen ein. Es ist davon auszugehen, dass der Spielausschuss des Hamburger Fußball-Verbandes die Begegnung neu ansetzen wird; vermutlich rollt der Ball am Freitag, 24. September, da das letzte September-Wochenende ein so genanntes „Ausgleichs-Wochenende“ ist, an dem sowohl die Elmshorner als auch die Pinneberger stand jetzt kein Pflichtspiel zu bestreiten haben.

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