
In der Saison 2002/2003 war der Harburger TB letztmals zu Pflichtspielen im Kreis Pinneberg zu Gast ‒ nämlich beim Wedeler TSV, bei der SV Halstenbek-Rellingen, beim TuS Holstein Quickborn und beim TSV Uetersen. Am Ende wurde der HTB Hamburger Meister ‒ und zog sich anschließend in die Kreisliga zurück. Am Sonntag fuhren die Harburger erstmals wieder in den Kreis Pinneberg, wo sie beim FC Union Tornesch antraten. Nach einer 42 Kilometer langen Anreise erreichten sie gegen 13.20 Uhr den „Torneum Fußballpark“, wo sie dann am Nachmittag mit einem 3:0 ihren ersten Saisonsieg feierten und nach zuvor zwei Niederlagen in die Erfolgsspur zurückkehrten.
Die Partie begann optimal für den Landesliga-Neuling aus dem Hamburger Süden: In der sechsten Minute leisteten sich die Tornescher im Mittelfeld einen Ballverlust, woraufhin Abdul Kerim Eken über die rechte Seite fast ungestört durch die Spielfeldhälfte des FC Union marschieren und zum 0:1 einschießen konnte. „Dadurch wurde all das, was wir uns vorgenommen hatten, über den Haufen geworfen“, klagte FCU-Coach Stefan Dösselmann, der feststellen musste: „Wir sind nicht in die Partie hinein gekommen.“ Weil die Abstände und Abläufe beim Pressing, das die Hausherren aufbauen wollten, nicht funktionierten, konnten sie die Harburger kaum einmal unter Druck setzen. Das von Dösselmann für die erste Halbzeit ausgewählte, neue System mit zwei Stürmern ging ebenfalls nicht auf: Die Pässe auf Dennis Beckmann und Philipp Pohlmann kamen wiederholt zu langsam, weshalb zumeist noch einer der aufmerksamen HTB-Verteidiger dazwischen kam. Und als Pohlmann über links einmal steil geschickt wurde, stoppten die Gäste ihn mit einem rüden Foul (17. Minute).
Kurz vor der Pause hätten die Tornescher trotzdem ausgleichen müssen, als Fabian Tiedemann von links flach in die Mitte flankte, wo Maik Stahnke frei zum Schuss kam ‒ doch er traf nur HTB-Torwart Murat Bakir (44.). „Da fehlte uns das nötige Glück im Abschluss“, so Dösselmann, der vermutete: „Wenn wir mit einem ausgeglichenen Spielstand in die Pause gegangen wären, hätte sich eine ganz andere Partie entwickelt.“ Stattdessen begann auch der zweite Durchgang, in dem die Tornescher wieder in der altbewährten 4-2-3-1-Formation agierten, mit einem frühen Harburger Treffer: Als André Pott, der beim FC Union anstelle von Flemming Lüneburg (hatte ebenso wie Jan-Philipp Zimmermann einen privaten Termin) als Rechtsverteidiger agierte, den beweglichen Alexandro Pato im Zweikampf nicht stellen konnte, erzielte der Harburger das 0:2 (54.). Nur fünf Minuten später erhöhte Hendrik Golke auf 0:3.
Dieses Ergebnis hatte bis zum Ende Bestand, womit die Tornescher ihre zweite 0:3-Niederlage in Folge kassierten und, den Oddset-Pokal inbegriffen, zum dritten Mal hintereinander als Verlierer vom Platz gingen. „Man kann jetzt schon von einem Fehlstart sprechen“, sagte Dösselmann, der sich aber kampfeslustig zeigte: „Wir wissen, dass wir es anders und besser können.“ Dagegen wendete das Team von HTB-Trainer Nabil Toumi den totalen Fehlstart ab und möchte nun am Freitag, 18. August auch daheim erstmals punkten, wenn es an der Jahnhöhe gegen den Mitaufsteiger FK Nikola Tesla geht.